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Freiraum für Innovation

Karin Moitzi
18.03.21 11:58

Seit 2016 ist der US-Softwarehersteller Red Hat am österreichischen Markt vertreten und arbeitet seit damals eng mit ACP zusammen. Waren die Schlagwörter Kubernetes, Microservices oder Containerlösungen vor vier Jahren noch gänzlich unbekannt, ist der Bedarf, Applikationen in Containern abzubilden, großflächig am Markt angekommen.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit den Hyperscalern Amazon und Microsoft kommen nun gleich zwei Managed Services Pakete hinzu, die es Groß- und Kleinkunden noch einfacher machen, ihre Services rasch und kosteneffizient umzusetzen.

Wie wichtig es nun ist, die eigenen Business-Anforderungen zu kennen und sicher durch den Dschungel an Möglichkeiten in und außerhalb der Cloud zu navigieren, erklären Udo Urbantschitsch, Red Hat, und Edwin Klinglhuber, ACP.

Zur Person

UdoUrbantschitsch

 

Udo Urbantschitsch ist Director Wordwide Technology Sales & GTM bei Red Hat und verantwortet die globalen Technologie- und Go-To-Market-Strategien des Softwareunternehmens.
EdwinKlinglhuber Edwin Klinglhuber ist ACP Geschäftsführer der Region Ostösterreich und entwickelt die Vertriebsstrategien des IT-Providers in Österreich.


ACP und Red Hat arbeiten seit vier Jahren eng an der Weiterentwicklung von Containerlösungen und Microservices zusammen – wie sieht die Partnerschaft aus?

Klinglhuber: Unsere Zusammenarbeit umfasst zwei Aspekte: den Aufbau von internem Know-how und den Aufbau von Markt-Know-how. Beim Thema Hybrid Cloud befinden wir uns in Österreich am Beginn einer spannenden – und vor allem wirtschaftlich interessanten – Reise. In den Köpfen ist hier noch Spielraum nach oben, was die Chancen und Flexibilität von On-Premises und Cloud Architekturen angeht.

Auf der anderen Seite wachsen Development und Operation Teams in den Unternehmen zusammen. Zugleich brechen Open Source Anbieter wie Red Hat das Denken in "Silos" weiter auf. Die großen Hersteller wie Microsoft haben die Chancen dahinter bereits erkannt und arbeiten mit den Open Source Entwicklern zusammen. Für den Kunden bedeutet das den Zugriff auf sichere und optimierte Applikationen, die bedarfsorientiert weiterentwickelt werden können.

Die Rolle von Red Hat und ACP ist es, diese beiden Welten zu vereinen und in beratender Funktion auf der am besten geeigneten Plattform – Cloud, On-Premises, Provided oder Hybrid – bereitzustellen.

Damit sind wir mitten im Thema Container. Was sind Kubernetes, Container und Microservices und welche Vor- und Nachteile haben Sie?

Urbantschitsch: Kurz gesagt, sind Container die logische Weiterführung der Virtualisierung. Nur werden hier nicht mehr Maschinen verpackt, sondern einzelne Applikationen, die dann mobilisiert werden. Der Vorteil ist die Kleinteiligkeit, wodurch viel agiler und rascher auf Änderungen reagiert und eine höhere Dichte in der Auslastung erzielt werden kann. Das wirkt sich auch auf die Kosten positiv aus.

Der Blickwinkel ist damit aber ein anderer. Während die Virtualisierung an der Infrastruktur greift, geht es bei Containern um Applikationen und Services. So kommen wir zum Aufbruch der monolithischen IT-Infrastrukturen hin zu Microservices. Microservices brechen Business-Anforderungen in ihre einzelnen Bestandteile herunter, kapseln sie ab und entwickeln sie individuell weiter.
Doch wenn nun beispielsweise 30 Applikationen administriert werden müssen, steigt die Komplexität. Hier kommt Kubernetes ins Spiel - und der Mehrwert von Red Hat OpenShift. Kubernetes verwaltet Container auf vielen Servern. Seitens des Kunden wird dabei aber noch einiges an Eigenleistung gefordert, da Kubernetes nur ein schmaler funktionaler Layer ist. Hier kommt OpenShift ins Spiel, welche darauf aufbauend eine qualitätsgesicherte Applikationsplattform darstellt und viele notwendige Funktionalitäten standardmäßig liefert, wie beispielsweise rollierende Updates, DevOps Tooling, Applikationsruntimes, gehärtete Cluster im Sinne von PCI-DSS und vieles mehr. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Containerlösungen nicht auf die Cloud beschränkt sind. Die Cloud verbessert die Handhabe bei Automatismen. Die Möglichkeiten der Umsetzung von Containerlösungen bieten aber auch Datacenter oder Services Provider wie ACP, die eine eigene Cloud bereitstellen.

shutterstock_626435660-devops-redhat DevOps - die Welt der Development und Operations Teams wächst zusammen 

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen, groß wie klein? Warum sind Container-Lösungen gerade jetzt relevant?

Klinglhuber: Der Markt befindet sich in einem Spannungsfeld, in dem ein sehr schnelles Time-to-Market gefordert ist. Daher ist es von Vorteil, dass die Entwickler eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten können. Das stellt aber die Basis, wie Netzwerk, Security etc., vor Herausforderungen, da das Know-how fehlt. Hier begleiten und transformieren wir.

Das traditionelle Datacenter hat dabei noch lange nicht ausgedient. Wenn wir von Hybrid Cloud sprechen, gehört das Datacenter mit dazu. Die Brücke zwischen der Basis und den Business-Anforderungen schlagen Lösungen wie Red Hat OpenShift, eine sichere Lösung mit SLAs, die überall einsetzbar ist – so flexibel, wie es die Unternehmen gerade benötigen.

Das erinnert stark an die Digitalisierung und die Entwicklung digitaler Lösungen?

Urbantschitsch:
Absolut. Große Software-Hersteller, beispielsweise im ERP-Umfeld, nutzen Container, um neue Lösungen herauszubringen und Innovation zu treiben. Containerlösungen verändern aber nicht nur die Technologie, sondern auch unsere Arbeitskultur und die Wertigkeit von Arbeit. Administratoren haben damit Ressourcen frei, um sich um vernachlässigte Themen wie Security zu kümmern. Das bedeutet keine Freisetzung an Ressourcen, sondern mehr Qualität.

Klinglhuber:
Ergänzend öffnen Containerlösungen eine neue Tür. Neue Services an monolithischen Strukturen anzudocken war bislang sehr aufwändig. Jetzt können Entwickler bestehende Services, beispielsweise aus KI (Anm.: künstliche Intelligenz), nutzen, ohne diese mit viel Ressourcen selbst realisieren zu müssen. Das ermöglicht auch kleinen Unternehmen zu agieren wie Großkonzerne.

Urbantschitsch:
Die Unabhängigkeit von Red Hat OpenShift als Applikationsplattform unterstützt darüber hinaus die Unabhängigkeit der Unternehmen. Es gibt keinen Lock-In, den viele von Public Clouds abschrecken. Container stehen als standardisierte Plattform darüber und so nutze ich eine Multi-Cloud, von jedem Anbieter das Beste.

shutterstock_569952025-redhat-multicloud Von jedem Anbieter das Beste - so entsteht die Multi-Cloud

Damit sind also auch cloud-skeptische Kunden oder Kunden mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen gut aufgehoben?

Klinglhuber:
Bei der Beratung unserer Kunden stehen die Business-Anforderungen im Mittelpunkt. Die Frage, was ich benötige, stellt sich vor den Überlegungen, wo die Daten liegen sollen. Und auch, wie komplexer werdende Anforderungen bewältigt werden sollen. Auf beide Fragen bietet Red Hat die Antworten, da die Lösungen nicht Cloud-only sind, sondern flexible Szenarien ermöglichen, die sich auch verändern können, und die Lösungen direkt an der Problematik der Komplexität ansetzen.

Innerhalb kurzer Zeit kommen heuer zwei neue Produkte auf den Markt – ARO und ROSA – wofür stehen sie und was erwartet die Kunden?

Urbantschitsch:
ARO und ROSA sind unmittelbar aus dem Bedarf unserer Kunden entstanden, ein Managed Public Cloud Service anzubieten. Dafür konnten wir zwei der größten Provider, Microsoft und Amazon, gewinnen. Wir stellen damit ein vollständig orchestriertes Service zur Verfügung, das in nur wenigen Minuten nutzbar ist und mit der benötigten Workload skaliert. Da wir eine stark standardisierte Umgebung einsetzen, ist Managed OpenShift auch preislich sehr attraktiv.

Klinglhuber:
ARO und ROSA schließen für viele Anforderungen eine bislang noch offene Lücke. Als Managed Services Provider auch für uns selbst. Denn bislang stellten die technischen Voraussetzungen, um ein Open Source Produkt in einer Managed Services Umgebung zu betreiben, zu hohe Hürden dar, die nun entfallen und somit ergänzend auf unser Portfolio wirken.

Wie sieht die weitere Zusammenarbeit zwischen ACP und Red Hat aus?

Klinglhuber:
Die enge Zusammenarbeit wird sich verstärkt weiter fortsetzen, da die Möglichkeiten, Containerisierung einzusetzen, erst am Anfang stehen. Unsere Innovation Experts sehen das Potential, das die Lösungen und nun auch Managed Services unseren Kunden bieten, während unsere Solutions Experts daran arbeiten, mit gebündelter Expertise neue Lösungswege auszubauen. Hier schlagen wir die Brücke zwischen unseren Partnern und der Nähe zu den Kundenbedürfnissen und dem Markt.

Urbantschitsch:
Containerlösungen sind ein komplexes Thema mit hohem Bedarf an Beratung. Nicht nur die Technik steht im Fokus, sondern auch die Arbeitskultur, die damit einhergeht. Deshalb ist ACP auch einer unserer wertvollsten Partner, da hier Innovationskraft und Know-how zusammenkommen, um den Unternehmen einen optimalen Mehrwert zu liefern und zugleich auch die nötige Größe am Markt, um Innovation voranzutreiben.

Weitere Informationen zu ARO. 

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