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Das iPad Pro im Praxistest

Christian Decker
24.06.20 15:12

KollegInnen, die mich schon länger kennen wissen, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Apple bin – zu lange bin ich schon ein Microsoft Evangelist, schwer zu überzeugen also.

Bis dann Mitte März dieses Bild meine Aufmerksamkeit erregt hat:

Das iPad Pro ist ein attraktiver Allrounder auch für anspruchsvolle Arbeiten

Und ich, nach näherer Betrachtung, meiner lieben Kollegin, die bei uns für Apple zuständig ist, folgende Teams-Nachricht geschickt habe...

Immer einen Test wert - das iPad Pro

Vor einem Monat war es dann soweit – ein IPAD Pro 12,9 inch, mit Wifi und 128 GB, komplett mit dem Magic Keyboard und dem Pen.


Inhalt

Erste Schritt
Ausstattung
Impressionen aus dem Arbeitsalltag
Was mir nicht so gut gefallen hat
Fazit

 


Die Einrichtung

Die Verpackung, wie erwartet, sehr edel und hochwertig, das Gerät schnell einsatzbereit. Erste Überraschung für mich: Das iPad lädt mit einem normalen USB-C Anschluss. Da musste ich doch gleich mal meine HP-USB-C Docking Station mit Keyboard, Maus und zwei Bildschirmen anschließen. Und siehe da – alles funktioniert.

Natürlich sind die Bildschirme nur gespiegelt, aber ein nahtloser Austausch der "alten" Hardware war so einfach möglich.

Nahtloser Austausch der Hardware ist mit dem iPad Pro kein ProblemDer Bildschirm des iPad Pro wirkt größer als der eines HP x360

Im direkten Vergleich ist das iPad Pro meinem HP x360 recht ähnlich, das iPad wirkt am Bild wesentlich größer – die tatsächlichen Maße sind aber 28*21,5 (iPad) und 30,6 x 20,5 (HP), gewichtsmäßig liegen beide bei ca. 1,3 kg (inkl. Keyboard).

 

 

Software und Apps

Softwaretechnisch war das Gerät in kurzer Zeit eingerichtet. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich hier schon auf meinem (sehr wenig benutzten) iPad zu Hause vorgearbeitet und die App-Landschaft vorkonfiguriert habe. Somit war das neue iPad binnen kurzer Zeit fertig.

Es gibt alle Apps, die ich am PC nutze, am iPad. Die komplette Office Palette (Outlook, Word, Excel, PowerPoint, Teams, ToDo, Planner, OneDrive, SharePoint etc.) und sogar ein gutes WordPress-Blogging Tool habe ich gefunden. Auch alle meine Browser sind vorhanden.

Wobei ich zugeben muss, dass das nicht schwer ist, da ich eigentlich nur Microsoft Apps nutze und webbasierende Tools.

 


Das tägliche Arbeiten

Die Hardware ist ein Traum – da kann man nicht meckern, kompakt, aber sehr stabil. Die Tastatur ist besser, als die vom Surface Pro, sehr guter Anschlag und drückt sich nicht durch. Allerdings ist das Layout unterschiedlich von der PC Tastatur und etwas gewöhnungsbedürftig, nach zwei Tagen war das aber kein Problem mehr.

Das iPad Pro ist einfach in den Arbeitsalltag zu integrieren

Die schwebende Bildschirmhalterung ist nicht nur sehr stylisch, sondern auch stabil und gut anpassbar – die Qualität vom Bildschirm ein Traum. Er wirkt auch größer – ich habe jetzt mehrfach die Maße meiner beiden Geräte überprüft und die sind echt sozusagen gleich groß.

Der Wechsel von Keyboard, Maus, Touchpad und Finger-Bedienung am Bildschirm ist für mich ja nichts Neues (so arbeite ich sicher schon seit 10-15 Jahren), funktioniert am iPad natürlich auch perfekt.

Auch bei den Tests habe ich allerdings dasselbe festgestellt, wie bei meinem Surface Pro – ich nutze das Tablet quasi nicht als Tablet, d.h. ohne Keyboard.

Vom Akku war ich ein ganz klein wenig enttäuscht – ja, das iPad Pro hält einen ganzen Arbeitstag ohne Strom durch (so wie mein x360), aber dann muss es an den Strom. Warum dann enttäuscht? Weil ich natürlich mein „altes“ iPad als Maßstab genommen habe, das wesentlich länger hält. Was Unsinn ist, weil kleinerer Bildschirm und vor allem habe ich noch nie acht Stunden nur mit dem iPad gearbeitet (wahrscheinlich geht es dann auch in die Knie).

Den Stift habe ich ein paar Mal ausprobiert – nachdem ich aber fast nur mit dem Finger arbeite und auch sonst ganz selten Stifte in der Hand habe, ist es nett ihn zu haben, der Einsatz beschränkt sich aber auf WhiteBoard-Sessions in Team Meetings.

Super funktioniert die Gesichtserkennung – ich musste quasi nie per Finger oder gar Pin oder Passwort entsperren – einfach vor das iPad setzen/stellen und losarbeiten.

D.h. das iPad Pro verfügt über alle Eigenschaften, die für eine tägliche und moderne Arbeitsweise notwendig sind.

 

 

Die Low-Lights

Warum schreibe ich dann diese Zeilen mit meinem PC wenn alles so toll ist?
Der Hauptgrund ist ganz simpel: iOS nutzt die mobilen Apps von Microsoft, nicht die Desktop Apps. Und die mobilen Apps sind zwar für die alltäglichen Arbeiten gut geeignet und grundsätzlich sehr mächtig, haben aber halt nicht den kompletten Funktionsumfang der "Desktop-Apps".

Bei den "Basic"-Office Apps ist das verschmerzbar: Word, Excel oder PowerPoint verfügen über alle wichtigen Funktionen, teilweise an anderen Menüpunkten, doch auffindbar. Ja, es wird Excels geben, die am iPad nicht laufen, ja, es gibt mit Garantie Word-Add Ins, die am iPad nicht laufen (ich selber nutze aber keine).

Das mobile Outlook ist für die tägliche Arbeit auch sehr gut zu nutzen und am iPad sehr übersichtlich. Zu meiner 1-2 wöchentlichen Inbox-Aufräum-Aktion bin ich aber zum PC gewechselt, weil ich dort massiv schneller bin.

Meine vielen virtuellen Workshops – eine meiner Haupttätigkeiten in der Testphase – habe ich nach dem ersten Workshop allerdings am PC gemacht. Hauptgrund waren die eigenen Bildschirmhintergründe, die in der mobilen App fehlen und für mich als Präsentator mittlerweile Standard sind .

Auch der hier fehlende zweite Schirm ist für mich beim Workshop als Präsentator unbedingt notwendig, da ich in der Regel einen Schirm komplett geteilt habe und am zweiten Schirm Notizen mache oder Dinge vorbereite.

Das iPad Pro bietet vielfältige Möglichkeiten für den modernen Arbeitsplatz

 


Fazit

Das iPad Pro ist ein geniales Stück Hardware im Vergleich zu einem normalen PC. Sehr mobil, problemloses Arbeiten einen ganzen Tag lang, super Tastatur mit gutem Touchpad, Finger und Stiftbedienung und USB C Anschluss.

Die Gesichtserkennung lässt die notwendige Security komplett in den Hintergrund verschwinden, oft war ich mir nicht sicher, ob das Gerät überhaupt gesperrt war (ja, war es, hab ich getestet). Die Apps entsprechen den gängigen Businessanforderungen.

Alles in Allem: das iPad Pro kann eine attraktive Alternative zum PC darstellen. Danke, dass ich es nutzen durfte!

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